Liberale Hochschulgruppen zu Schavan: Probleme sind erkannt, Verbesserungen nicht zu erwarten

Am 7.7. fand auf Einladung von Bundesbildungsministerin Dr. Annette in Berlin die „Bologna-
Konferenz“ mit Vertretern der politischen Hochschulgruppen sowie Vertretern des fzs und des
Organisationskomitees „Bildungsstreik“ statt. Auch der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen
(LHG) nahm teil.

„Die Vorlage eines ‚5-Punkte-Planes’ durch die Ministerin lässt erkennen, dass wir nun zumindest
über dieselben Probleme reden.“, begrüßt Johannes Knewitz, Bundesvorsitzender des LHG, die Arbeitsgrundlage
Frau Schavans.

Er merkt jedoch kritisch an: „Die Forderungen sind vollkommen unpräzise, zum Großteil nicht Kompetenz
des Bundes und wahrscheinlich reine Wahlkampfversprechen. Ganz klar müssen die Studienpläne
erneuert werden, das kann aber nur passieren, wenn die Universitäten ein besser ausgebildetes
und besser ausgestattetes Hochschulmanagement bekommen. Die meisten Probleme beim Bolognaprozess
liegen in seiner Umsetzung vor Ort, wo Überlastung und mangelnde Information zu großen
Problemen führen.

Auch die anderen von Frau Schavan genannten Punkte sind vornehmlich abhängig
von einer besseren Ausfinanzierung. Ich habe die starke Befürchtung, dass die Umsetzung der
Forderungen von Frau Schavan etwa die Hochschulen zwingen würde, jedem Bachelorabsolventen
ein Masterstudium zu ermöglichen, ohne dass Bund und Länder bereit sind, entsprechende Mittel bereitzustellen.“
Der stellvertretende Vorsitzende des LHG, David Bordiehn, macht auf die klare Programmatik des
LHG aufmerksam: „Für eine Flexibilisierung des Bachelorstudiums wäre zunächst ein sehr einfacher
Schritt notwendig, nämlich die Flexibilisierung der Studienmöglichkeiten, z.B. durch die Ermöglichung
von Teilzeitstudiengängen in den Landeshochschulgesetzen.

Die Abschaffung der Kapazitätenordnung, die für die meisten Probleme bei den Studienbedingungen verantwortlich ist, verlangen die Liberalen Hochschulgruppen übrigens seit Jahren.“